Buchrezension „Die Weizenwampe“

Dieses Hörbuch habe ich mir gekauft, weil ich den Titel sehr interessant fand und mich ganz unvoreingenommen auf das Buch eingelassen habe. Allerdings war ich schon etwas neugierig, warum Dr. Davis dem Thema Weizen über 6 Std. Hörbuchzeit schenkt.

Nach einer kurzen Einführung ging es in die Entstehungsgeschichte des Weizen. Ich erfuhr so, dass ursprünglich der Einkornweizen von unseren Vorfahren angebaut wurde. Der moderne Weizen, so wie wir ihn heute nutzen gibt es erst seit  einigen Jahrzehnten. Er ist hochgezüchtet und hat mit dem Ursprungsweizen nicht viel zu tun.

Sehr anschaulich auf zellulärer Ebene erklärt!

Ich  fand es sehr hilfreich, denn so bekam ich einen logischen Zusammenhang, warum das „industriell bearbeitete“ Weißmehl ungesund ist.

Wie bei vielen anderen Ernährungszusammenhängen erklärt Davis dies mit den noch in unseren Genen programmiertem Ernährungsverhalten aus der Steinzeit.

Im mittleren Teil des Hörbuches geht Davis auf das sehr umfangreiche Thema Gluten ein. Dabei beschreibt er nicht nur das Weizengluten sondern auch das Gluten aus anderen Mehlsorten wie z.B. dem Roggen.

Um die schädigenden Prozesse im Körper besser zu verstehen, nutzt er die Zöliakie als wissenschaftliche Erklärung. Hier driftet Davis mitunter sehr in den medizinischen Bereich ab und nutzt viele Fachbegriffe. Es bereitete mir dabei Schwierigkeiten den Ausführungen immer zu folgen. Dies zieht sich bis zum Buchende phasenweise durch.

Nachdem ich über die ganze Hörbuch-Zeit immer wieder erfuhr, wie schädlich Weizen bzw. das Weizen-Gluten ist, stellt sich zunehmend für mich die Frage, welche Alternativen  Davis aufzeigen wird.

Leider werden diese „Alternativen“ am Ende behandelt und dann für meinen persönlichen Geschmack sehr kurz und oberflächlich.

Sehr interessant finde ich die Beschreibung, wie Weizen den Blutzuckerspiegel beeinflusst. Davis  geht ausführlich auf die „Achterbahnfahrt“ von Insulin- und Blutzuckerspiegel ein und beschreibt einfach und nachvollziehbar, wie aus einer ernährungsbedingten Disposition zu Diabetes über das Pre-Diabetes der Diabetes Typ II entsteht und welche weiteren „Leiden“ in den Fokus kommen.

Da ich dieses Hörbuch nicht am Stück sondern immer nur zwischendurch im Auto gehört habe, konnte ich mich lange mit der Thematik auseinander setzen.

Es arbeitete also in meinem Kopf!

So blieb es nicht aus, dass ich bei meiner täglichen Ernährung bewusster darauf achtete was ich esse und auch mal intensiver die Inhaltsliste studierte.

Sehr erstaunt und schon ein AHA- Effekt war es für mich, dass wirklich in fast der gesamten persönlichen Ernährung Weizen in irgendeiner Form enthalten ist. Daher erwartete ich sehnsüchtig auf die angebotenen Lösungen, wie ein Leben ohne Weizen aussehen kann. Hier wurde ich aber vom Hörbuch enttäuscht, denn die Alternativen (Davis beschreibt sie als gut umsetzbar) sind für mich nicht so ohne weiteres in mein Lebenssystem umsetzbar.

Zunehmend bekomme ich den Eindruck ( den Davis ständig bestätigt) dass Weizen wie eine Droge behandelt werden muss. Dies bedeutet für ihn, dass man von dieser Abhängigkeit loskommen muss indem man einen „Weizenentzug“ durchmacht und dann wieder rückfällig wird, sobald man wieder Weizen zu sich nehmen wird.

So gut und informativ wie ich das Hörbuch zu Beginn fand, so wenig konnte ich mich zum Ende hin mit den Ausführungen identifizieren. Gerade als Davis zu den Weizen-Alternativen kam, wurde es für mich immer abstruser. Wie schon berichtet, erklärt Davis

was man alles nicht -mehr- essen darf

und bietet nur wenig Alternativen, denn auch Obst und Gemüsesorten sind teilweise bei ihm nur bedingt zum Verzehr geeignet.

Für mich und meinen Lebens- Essensstil ist es aber wichtig, bunt zu essen, und die abwechslungsreiche internationale Küche zu genießen. Ich  kann mir auch nicht vorstellen, dass ich alle wichtigen Vitalstoffe wie auch sekundäre Pflanzenstoffe in ausreichender Menge zu mir nehmen würde, wenn ich mich strikt an den Ernährungsvorschlägen aus dem Buch halten würde.

Was ich aus dem Hörbuch für mich mitnehme:

Ich  habe ein neues Bewusstsein zum Weizen entwickelt. Viele Zusammenhänge auch im Bezug auf die Entstehung von Diabetes Typ II sehe ich nun klarer und achte beim Einkaufen auch mehr auf die Inhaltsliste von Produkten.

Überraschend und auch neu ist die Tatsache wo und wie viel Weizen in den Produkten des täglichen Bedarfs steckt. Ich werde persönlich versuchen meinen Weizenkonsum zu reduzieren und z.B. durch mehr Eiweiß zu ersetzen. Auf mein morgendliches Brötchen oder Brot möchte ich aber nicht verzichten.

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